Pickel im Ohr | Mitesser am Gehörgang entfernen

Pickel im Ohr: Sie sind generell eine unangenehme Erscheinung, vor allem, weil sie an den unmöglichsten Stellen vorkommen können. Da bildet das Ohr leider keine Ausnahme: neben oder auf der Ohrmuschel sowie im Ohr selbst können sie in Erscheinung treten.

Welche Ursachen das haben kann, welche Maßnahmen empfohlen werden und welche Vorsorge betrieben werden kann, wird in diesem Artikel geklärt.

Wie entstehen Pickel im Ohr?

Generell macht es Sinn, erst mal einen Blick auf die Ursachen zu legen um Pickel an dieser schwierigen Lage in Zukunft vermeiden zu können. Dabei können verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Nicht alle dieser möglichen Ursachen treffen in jedem Fall zu und manchmal können verschiedene Möglichkeiten gleichzeitig zutreffen.

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Häufig auf unzureichende Hygiene zurückzuführen

Ein Grund kann sein, dass das Ohr nicht ausreichend gereinigt wird, weil es zum Beispiel bei der täglichen Gesichtswäsche ausgelassen wird. Das kann vor allem bei Pickeln hinter dem Ohr der Fall sein, wenn sie die Poren verstopfen und sich so Talg- und Schmutzablagerungen bilden, die sich dann entzünden.

So können Pickel entstehen. Auch bei einer Überproduktion von Ohrenschmalz kann dieser die Poren im Gehörgang verstopfen und hier eine Pickelbildung auslösen. Das ist leider nicht steuerbar und kann nicht vermieden werden. Eine andere Ursache für Pickel am Ohr kann langes Telefonieren sein.

Wenn das Telefon nicht regelmäßig gereinigt wird, bleiben hier viele Bakterien hängen, die bei ausdauernder Benutzung zu Entzündungen im Ohr und zu Mitessern führen können. Damit haben vor allem Mitarbeiter aus Callcentern Erfahrung.

Weitere Gründe können langes Musikhören mit abdichtenden Ohrhörern oder der Gebrauch von Ohrstöpseln auf der Arbeit ein. Sie sorgen für ein feuchtes und warmes Klima im Ohr, was generell die Pickelbildung fördert.

Was tun gegen Pickel am Ohr?

Wenn der Pickel einmal da ist, hängen die geeigneten Maßnahmen davon ab, an welcher Stelle am Ohr sich der Pickel befindet und um welche Art von Pickel es sich handelt. Am äußeren Ohr und an der Ohrmuschel oder bei unterirdischen Pickeln können sie mit Zugsalbe behandelt werden.

Dabei ist es wichtig, die Stelle erst zu reinigen, zum Beispiel mit einem milden Gesichtswasser. Danach kann mit einem Wattestäbchen die Zugsalbe aufgetragen werden. Der Ölschiefer in der Salbe lässt den Pickel schneller reifen und abheilen. Auf die Stelle mit der Salbe kann ein kleines Pflaster geklebt werden.

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Oft mit Schmerzen verbunden

Pickel, die tiefer im Ohr sitzen, sollten vorsichtiger behandelt werden. Dabei kommt es darauf an, wie tief der Mitesser liegt. Je tiefer er im Gehörgang liegt, desto eher ist es ratsam, einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen, um Entzündungen vorzubeugen. Wenn er nicht tief liegt, kann der Pickel mit Teebaumöl behandelt werden.

Das wirkt antibakteriell und hemmt eventuelle Schmerzen. Bei dieser Behandlung wird der Pickel und die Stelle um ihn herum auch erst mal gereinigt, zum Beispiel mit Alkohol, bevor das Teebaumöl mit einem Wattestäbchen aufgetragen wird. Das Teebaumöl sollte eine Zeit, am besten über Nacht, einwirken. Bei regelmäßiger Anwendung wird der Pickel schneller abheilen.

Was tun bei Schmerzen?

Auch bei Schmerzen am Pickel gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen, abhängig von der Art und Lage des Pickels. Wenn der Pickel im Gehörgang liegt, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch, wenn der Mitesser blutet oder nässt. Hier könnte es sich zum Beispiel um einen Furunkel im Ohr (Otitis Externa Circumscripta) handeln.

Das hängt mit den Härchen zusammen, die sich im Ohr befinden. Wenn sich einer der Haarbalge am Ohreingang entzündet, kann es zu dieser Form der Furunkel im Ohr kommen, die eine Behandlung durch einen Arzt verlangen.

Wenn der schmerzende Pickel unterirdisch ist und nicht im Gehörgang liegt, ist er noch nicht reif. Dann ist es ratsam zu warten, bis der Pickel aufblüht, um ihn dann entsprechend seiner Position am Ohr zu behandeln. Um den Reifeprozess zu beschleunigen, kann hier Zugsalbe verwendet werden.

Sollte er ausgedrückt werden?

Generell gilt, je weiter er im Ohr liegt, desto weniger wird dazu geraten, den Pickel auszudrücken. Wenn die Pickelflüssigkeit oder der Eiter in den Gehörgang einlaufen, ist es schwierig, das zu reinigen. So können Bakterien in die Blutbahn gelangen, die Entzündungen auslösen.

Deshalb sollte bei Mitessern, die tiefer im Ohr liegen, immer ein Arzt aufgesucht werden, der hygienische Maßnahmen vornimmt. Auch sollte der Pickel nur dann ausgedrückt werden, wenn er am Köpfchen weiß ist, also reif ist. Wenn er zu früh aufgestochen wird, kann das zu mehr Pickeln oder Entzündungen führen.

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Köpfhörer machen die Sache nicht besser

Beim Ausdrücken ist es wieder wichtig, die Stelle vorher zu reinigen. Als Tipp kann der Pickel vor dem Ausquetschen mit warmen Wasser eingeweicht werden. Dafür kann gut der Zipfel eines Waschlappens genommen werden. Dabei sollte der Waschlappen einfach solange aufliegen, bis das warme Wasser abgekühlt ist.

Dadurch werden die Talgteilchen und andere Bestandteile des Pickels gelöst, bevor er ausgedrückt wird. Beim Aufstechen selber ist es wichtig, dass die Nadel gut desinfiziert ist. Der Eiter und die Flüssigkeiten sollten mit einem Wattestäbchen oder Tuch abgenommen werden und die Stelle gründlich gereinigt werden.

Nach dem Reinigen kann eine Zinksalbe auf die Haut aufgetragen werden. Das beruhigt und hat einen beschleunigenden Effekt auf die Wundheilung. Statt des Aufstechens oder bei kleinen Pickeln ist es empfehlenswert, den Pickel auszutrocknen, zum Beispiel mit Teebaumöl.

Das ist vor allem eine Alternative für die Behandlung von Mitessern im Gehörgang, da so die Verschmutzung durch das Aufstechen vermieden wird.

Wie kann man dem vorgebeugen?

Die Vorbeugemaßnahmen hängen immer mit den Ursachen der Pickelbildung zusammen. So ist es empfehlenswert, die Ohren bei der täglichen Gesichtspflege nicht zu vernachlässigen. Der Ohrinnenraum kann vorsichtig mit einem Wattestäbchen gereinigt werden.

Dabei ist es wichtig, dass der Ohrenschmalz nicht in das Ohr hineingedrückt wird, denn dann bildet sich ein Pfropfen im Innenohr, der nur von einem Arzt entfernt werden kann. Leichte Drehbewegungen mit dem Wattestäbchen und kein weites Eindringen in das Ohr können das verhindern.

Beim Führen langer Telefongespräche ist das Nutzen einer Freisprechanlage eine Alternative, durch die der Kontakt mit dem Hörer vermieden wird. Im Allgemeinen sollte der Telefonhörer gelegentlich mit Alkohol oder mit Hygienemitteln aus der Apotheke desinfiziert werden.

Beim Musikhören können kleinere Ohrstöpsel an Stelle von abdichtenden großen Varianten genommen werden, damit eine Durchlüftung der Ohren ermöglicht wird. Statt Kunstlederkopfhörern können welche aus echtem Leder verwendet werden, bei denen die Ohren weniger schwitzen.

Die Plastikohrstöpsel, wie sie als Lärmschutz verwendet werden, können mit einem kleinen Stück Stoff aus Baumwolle bezogen werden, das den Schweiß aufsaugt. Nicht zuletzt bleibt zu erwähnen, dass bei allen Zweifeln immer ein Arzt aufgesucht werden sollte. Experimente sind an dieser Stelle nicht empfehlenswert, da das Ohr ein wichtiges und empfindliches Organ ist.