Rosazea | Was ist Acne Rosacea & Kupferrose?

Die Rosazea, welche auch Acne Rosacea, Kuperrose oder Altersakne genannt wird, ist keine Akne, sondern eine Krankheit, welche häufig im späteren Alter auftritt. Viele Menschen wissen nicht, dass ihre fleckig gerötete Gesichtshaut eine langwierige Hautkrankheit ist. Oftmals ist eine chronische Entzündung der Gesichtshaut der Grund dafür. Die Symptome sind nicht ansteckend. Die Krankheit wird Rosacea (oder auch „Kupferrose“) genannt und kann mehrere Jahre andauern.

Die Ursachen einer Kupferrosesind noch nicht genau erforscht, manche Arten könnten aber vererbt werden. Die Krankheit wird bei hellhäutigen Menschen öfter festgestellt. Es werden folgende Ursachen vermutet: Veränderungen der Blutgefäße der Haut, Schädigung des Bindegewebes durch Sonnenlicht sowie Entzündungen der Haut. Einige Arzneimittel könnten als Nebenwirkung die Rosazea hervorrufen.

Was ist Akne Rosazea und wie entsteht sie?

Da spielt unter anderem das eigene Immunsystem eine Rolle. Es werden bestimmte antimikrobielle Stoffe gebildet, die eventuelle Krankheitserreger stoppen. Manche dieser Stoffe lassen eine Entzündung und die Neubildung von Gefäßen (Angioneogenese) zu. Was manchmal durchaus hilfreich ist, kann bei einer Rosacea schädlich wirken.

Wenn die Zusammensetzung dieser Komponenten den normalen Wert übersteigt, entzündet sich die Haut und die Gefäße im Gesicht erweitern sich oder nehmen zu. Dadurch werden die betroffenen Areale stärker durchblutet, was als anhaltende Rötung erscheint. Außerdem wird vermutet, dass Mikroorganismen einen Faktor bei der Entstehung einer Kupferrose haben.

So findet man auf der Haut von Betroffenen einen starken Befall mit Haarbalgmilben (Demodex folliculorum). Diese winzig kleinen Tierchen sind bei jedem Menschen auf der Haut zu finden. Wenn es allerdings zu viele Milben sind, können diese bei empfindlicher Haut Entzündungen auslösen. Es gibt auch Anhaltspunkte dafür, dass bei einer Rosazea eine Störung von Rezeptoren des Immunsystems vorliegt.

Diese sind dafür zuständig erhöhten Milbenbefall zu erkennen und dementsprechend bestimmte Substanzen zu produzieren, welche die übermäßigen Milben bekämpfen sollen. Im Falle einer Fehlregulation führt dies jedoch zu Überreaktionen und dauerhaften Entzündungen der Haut. Schließlich scheint auch die Entzündung von Nerven ein Grund für die Entstehung von Rosacea zu sein.

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Die bekannte Knollennase als Symptom

Blutgefäße, Zellen des Immunsystems (Mastzellen) und Nerven, die in der Gesichtshaut dicht beieinanderliegen, regulieren die Durchblutung. Nerven können bei bestimmten Reizen (Alkohol, Hitze, scharfes Essen etc.) eine Weitung der Blutgefäße verursachen, wodurch die Durchblutung der Haut gesteigert wird. Eine Überempfindlichkeit gegenüber diesen Faktoren kann bei vielen Rosaceapatienten auch an einer Entzündung der Nerven liegen.

Die Kupferrose beginnt meistens ab dem 20. Lebensjahr, wird aber nicht automatisch immer schlimmer. Etliche Patienten haben über lange Zeit gleich bleibende Symptome.

Krankheitsverlauf

  • Grad 1: Hautrötungen.
  • Grad 2: Flecken, Pusteln und Papeln.
  • Grad 3: Ödeme und entzündete Hautschwellungen auf der Nase. Unangenehm für den Erkrankten sind die Hautschwellungen und die Knötchenbildung, die vor allem bei Männern die Nase zu einer „Knollennase“ (Rhinophym) verändern kann.
  • Grad 4: Die Augen werden befallen. Als mögliche Symptome sind hier Hornhautentzündungen, Entzündung der Bindehaut und am Augenlid oder auch trockene Augen. Wenn die Rosazea öfter auf die Augen geht, wird sie zu einer besonderen Belastung, weil die Krankheit die Augen stark schädigen kann.

Rötungen im Gesicht können manchmal eine psychische Belastung darstellen, selbst wenn der Krankheitsverlauf oftmals harmlos ist. Rosaceapatienten kennen die neugierigen Blicke Anderer oder Gerüchte, die „rote Nase“ komme vom übermäßigen Alkoholverzehr. Oft kommen solche Aussagen vom Unwissen der Mitmenschen, da dieses Rosacea vollkommen unbekannt ist. Die Erkrankung verläuft unregelmäßig.

Es gibt Zeiten, in denen sich die Symptome verschlimmern oder der Erkrankte merkt, dass es besser wird oder sogar auch abklingt. Daher wird empfohlen ein Tagebuch zu führen, um den Verlauf nachvollziehen und mit dem Arzt besprechen zu können. Es werden Krankheitsschübe, Ernährung und Alltagsaktivitäten in einem Kupferrosetagebuch vermerkt.

Mithilfe des Tagebuchs kann der Patient leicht beobachten, wie er auf verschiedene Einflüsse reagiert hat und so lernen, welchen Auslösern er aus dem Weg gehen sollte. Oft erkennen Betroffene dadurch bestimmte Auslöser für einen Schub, obwohl sie bei jedem Patienten anders sein können. Manche Menschen reagieren auf Kosmetik oder einzelne Medikamente, andere auf irgendwelche Lebensmittel oder wenn sie Alkohol konsumieren.

Hat der Patient seine persönlichen Auslöser herausgefunden, so sollte er versuchen diese zu meiden. Oft reicht es schon aus, wenn der Betroffene sich einschränkt oder Alternativen findet. Zum Beispiel einfach mal Yoga zu machen, statt an anderen anstrengenden Sportaktivitäten teil zunehmen. Das Tagebuch hilft dabei, seine Auslöser zu deuten und denen entgegen zu wirken. Allerdings ist nicht bekannt, ob eine Ernährungsumstellung wirksam wäre.

Verschiedene Formen der Kuperferrose

  1. Persistierend – Ödem: Dieses ist eher selten und wird häufig übersehen. Die Betroffenen geben außer veränderten Gesichtskonturen keine anderen Symptome an. Diese Variante zeigt ein hartes Ödem an Stirn, oberen Augenlidern, Nase oder Wangen.
  2. Conglobata: Diese chronische Form tritt meistens bei Frauen auf. Sie kann durch Einnahme halogenhaltiger Präparate ausgelöst werden.
  3. Fulminans: Hierbei handelt es sich um eine extreme Variante der Rosacea conglobata. Es kann zu roter bis blauer Verfärbung und Schwellungen im Gesicht kommen mit Betonung auf die Bereiche Kinn, Wangen und Stirn, außer dem Augenbereich. Bei einigen Betroffenen wird ein emotionales Trauma in der Vergangenheit angegeben.
  4. Okulär: Die okuläre Kupferrose tritt unabhängig vom Schweregrad der Gesichtsrosacea auf und betrifft die Augen. Und kann in schweren Fällen zum Sehverlust führen. Begleiterscheinungen sind hier chronisch entzündete Augenlidränder mit Schuppung und Krustenbildung. In jedem Fall ist eine augenärztliche Untersuchung unumgänglich.
  5. Lupoid oder granulomatös: Diese Form der Kupferrose ist an festen, gelben, bräunlichen oder rötlichen Knötchen zu erkennen, die wenig entzündlich sind. Manchmal ist die Haut gerötet und verdickt. Andere Symptome sind für die Diagnose dieser Form nicht erforderlich. Lupoide oder granulomatöse Rosacea kann zur Vernarbung der Haut führen.
  6. Steroidinduziert: Wenn Patienten irrtümlich länger mit starken Steroiden behandelt wurden, kann diese Form der Rosacea auftreten. Hauptbeschwerden sind dann Brennen, Schmerzen, Juckreiz und intensive Rötung der Haut. Ein Absetzen der Steroide führt zu einer anfänglichen, gelegentlich schweren Verschlechterung der Kupferrose.
  7. Gramnegativ: Diese Form zeichnet sich durch gelbe Pusteln und tiefe Knoten aus. Diese Diagnose kann nur richtiggestellt werden, wenn der Inhalt der Pusteln kultiviert und die Keime nachgewiesen werden können.
  8. Halogen: Eine regelmäßige Verabreichung von Jodiden oder Bromiden kann zu einem Rosazea-conglobata ähnlichem klinischen Bild führen. Die Veränderungen klingen ab, wenn die Halogenexposition gestoppt wird.
  9. Phymata. Es gibt verschiedene Arten von Phymata: Rhinophym ist die häufigste Form von Phymen und tritt hauptsächlich bei Männern („Knollennase“) ab dem 40ten Lebensjahr auf. Sie kann im Stadium 3 vorkommen und es werden hier vier Varianten der Rhinophym unterschieden. Gnathophym mit Schwellung des Kinns. Metophym mit Schwellung der Stirn. Otophym, mit oft blumenkohlartiger Schwellung der Ohrläppchen und zuletzt das Blepharophym mit Schwellung der Augenlider.
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Tritt nicht nur im Alter auf

Genaue Auskunft über die verschiedenen Arten und deren Behandlung erteilt bei Bedarf der Arzt.

Ist Akne Rosacea eine Akne?

Obwohl sich Pusteln bilden können, ist Akne Rosacea keine Akne. Starke Talgproduktionen sind kennzeichnend für eine Akne. Bei der Kupferrose ist das nicht so. Rosacea ist keine Akne und auch keine, die speziell Erwachsene bekommen können. Dies ist ein weitverbreiteter Irrglaube. Was die Kupferrose von Akne und Pickeln unterscheidet, ist, dass sich bei Akne Mitesser bilden, die es bei einer Rosazeaerkrankung nicht gibt. Ein weiterer Unterschied sind vor allem die umweltbedingten Auslöser von Rosazea, die es bei Akne nicht gibt.

Welche Acne Rosazea Therapien gibt es?

Manche Patienten fällt es schwer mit der Erkrankung ein normales Leben zu führenden, denn sie kann das Wohlbefinden beeinträchtigen. Es gibt aber vieles, was die Beschwerden lindern kann. Da gibt es verschiedene Mittel, die zur Behandlung empfohlen werden, wie Azelainsäure in Form von Gel oder Creme. Außerdem wird auch Metronidazol als Antibiotika in Cremes oder Gels eingesetzt.

Antibiotika

Da Antibiotika in Form von Tabletten nicht punktgenau wirken, sondern sich im ganzen Körper verteilen, ist davon abzuraten. Retinoide, Abkömmlinge von Vitamin A, sind ebenfalls gegen die Entzündung wirksam und werden äußerlich und, in schweren Fällen, innerlich angewandt. Äußerst wichtig ist dabei, dass Frauen während der Therapie sicher verhüten, bzw. dass bei Beginn der Therapie keine Schwangerschaft besteht, weil der Wirkstoff das Ungeborene gesundheitlich schädigen könnte.

Während der Behandlung sind ständige Blutuntersuchungen unumgänglich. Es ist zu beachten, dass Rosacea niemals länger mit Kortison haltigen Medikamenten therapiert werden soll, weil der Hautbefund sich durch Kortison verschlechtert. Kommt es zu dauerhaft sichtbaren Veränderungen, wie z. B. sichtbaren Äderchen („Teleangiektasien“ im Volksmund manchmal auch Couperose genannt) und knollenartigen Hautverdickungen, den so genannten Phymen (z. B. als „Knollennase“ bzw. „Rhinophym“ bekannt), bedarf es zusätzlicher nicht medikamentöser Therapieformen.

Laserbehandlung

Eine Laserbehandlung kann helfen, bestehende Äderchen und Rötungen zu verbessern. Die Wirkung auf die erweiterten Äderchen ist sehr gut, auf flächige Rötungen jedoch eher gering. Darüber hinaus können mit einem Laser auch Phyme abgetragen werden. Ob eine Laserbehandlung geeignet ist und welche Art der Laserbehandlung für Sie infrage kommt, kann Ihr Hautarzt entscheiden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Lasertherapie allerdings im Regelfall nicht. Im Einzelfall ist dies vorher mit der Krankenkasse abzuklären.

Operation

Sollten sich während eines schweren Krankheitsverlaufs Phyme bilden, können diese operiert werden. Die chirurgischen Eingriffe sind heute sehr präzise und liefern gute Resultate.

Homöopathie

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Wird häufig mit Akne verwechselt

Neben den klassischen Therapieansätzen verfolgen immer mehr Patienten aufmerksam, mit welchen homöopathischen Mitteln sich die Kupferrose bekämpfen lässt. Da Rosazea in Schüben verläuft, muss die Therapie den momentanen Verhältnissen angepasst werden. Daher sollten die genannten Mittel auf keinen Fall einfach selbst ausprobiert werden, denn nur in der richtigen Dosis und zum richtigen Zeitpunkt können sie tatsächlich helfen.

Der Gang in eine Naturheilpraxis ist daher unbedingt anzuraten, bevor mit einer Behandlung mit homöopathischen Mitteln begonnen wird. Hier wird zusammen mit dem Patienten genau geklärt, wann welches Mittel die besten Aussichten auf Erfolg verspricht und wann eine Behandlung pausieren sollte oder ganz eingestellt werden kann.

Risikofaktoren und Ursachen

Chemische Substanzen in Seife oder Kosmetik, Hitze oder Kälte, sowie UV-Strahlen gehören zu den Gründen, die von außen her die Entstehung einer Rosacea forcieren können. Dann gibt es noch innere Reize, die eine Rosacea verschlimmern können. Dazu gehören Alkohol, scharf gewürzte Speisen, heiße Getränke und psychischer Stress.

Es lässt sich nicht genau klären, warum manche Menschen empfindlicher auf diese Faktoren reagieren als andere, aber eine erbliche Veranlagung ist nicht auszuschließen. Dass Rosazea geheilt werden kann, stimmt leider nicht. Bisher gibt es noch keine Heilung für die Kupferrose, aber die Beschwerden sind behandelbar und können gelindert werden. Neue Therapien setzen z. B. auf niedrig dosierte Antibiotika.

Diese werden gut von Patienten vertragen und können auch über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Bleibende Symptome können außerdem erfolgreich mit Laserbehandlungen therapiert werden. Vielen Patienten, die unter Rosazea leiden, wird empfohlen, zu ihrer Erkrankung zu stehen.

Das heißt, Sie sollten bei Bedarf Ihrer Familie, Bekannten und Verwandten die Krankheit erklären und erwähnen, dass Sie nicht ansteckend ist. Kosmetika helfen dabei die Rötung im Gesicht abzudecken. Es sollten aber keine Mittel eingesetzt werden, die die Beschwerden verstärken könnten. Hier kann eine Beratung durch den Hautarzt helfen.