Wie unterirdische Pickel unter der Haut entfernen?

Was sind unterirdische Pickel unter der Haut, wie entstehen sie und wie entfernt man sie? Fettige Haut, erblich bedingt oder durch Hormonumstellungen oder Ernährungsgewohnheiten begünstigt, muss nicht zwangsweise das Erscheinen von Hautunreinheiten hervorrufen. Dies passiert im Normalfall erst, wenn der Verhornungsgrad der Haut hoch ist und die Ausgänge der Talgdrüsen verstopft sind.

Diese sitzen an den Haarfollikeln in den klassischen Pickelproblemzonen: Gesicht, Rücken und Schultern, Dekolletee. Bei Verstopfung der Talgdrüsen befällt der Talg auch das umliegende Hautgewebe und so können entzündliche Knötchen aller Größenordnungen entstehen. Die häufigste Erscheinungsform sind die sogenannten Pusteln. Also Eiterpickel, die gut sichtbar sind und zumeist keine Schmerzen verursachen, sofern sie in Ruhe gelassen werden.

Jedoch kommen Hautprobleme auch unter der Hautoberfläche vor. Diese meist kaum sichtbaren, aber tastbaren Knubbel werden Papeln genannt und können bei Entzündung starke Schmerzen verursachen. Diese Papeln können von unterschiedlicher Beschaffenheit sein, hart oder weich, rötlich und geschwollen oder kaum zu ertasten. Am häufigsten kommen sie in der Stirnbereich und der Kinnregion vor.

Papeln und Pusten

Die Ursachen für Pusteln und Papeln sind häufig ähnlich: Verursacher sind in beiden Fällen meist Staphylococcus-Aureus-Bakterien, ein in Traubenform angeordnetes, kugelförmiges Bakterium. Dieses siedelt bei vielen Menschen auf Haut und Schleimhäuten an, ohne dass dadurch Erkrankungen hervorgerufen würden. Wird allerdings die natürliche Barriere des Körpers gegen diese Bakterien überwunden, kann es zu kleinen oder größeren Infektionen kommen.

Einige Experten sind zudem der Meinung, dass auch psychischer Stress die Entstehung von Pickeln auf und unter der Haut begünstigen kann, was selbstverständlich besonders problematisch für Personen ist, die mit Akne zu kämpfen haben. Deshalb gilt, möglichst entspannt an die Behandlung von Pusteln und Papeln heranzugehen und nicht eigenständig zu radikalen Maßnahmen zu greifen.

Pickel unter der Haut entfernen

Wenn Pickel unter der Hautoberfläche erst einmal aufgetreten sind, ist es schwierig, Mitesser schnell und effektiv loszuwerden, ohne dass dabei bleibende Schäden entstehen. Papeln können im Regelfall nur dadurch entfernt werden, dass sie komplett in Ruhe gelassen werden und ihnen Zeit zur Selbstregeneration gegeben wird. Diese Mitesser sitzen teilweise so tief, dass ihr Ausdrücken oder Aufschneiden ein katastrophaler Fehler wäre, der die Lage nur verschlimmern würde.

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Heilerde. Ein gutes Mittel gegen Akne

Hierbei kann dauerhaft das Gewebe beschädigt werden, sodass Narben entstehen können. Im schlimmsten Fall kann es durch eine unprofessionelle Selbstbehandlung zu einer Blutvergiftung kommen. Eine Entzündung liegt zumeist dann vor, wenn sich um die Papel herum ein rötlicher Kreis auf der Haut bildet.

Für den Fall, dass der Schmerz und der Entzündungsgrad der Papel sehr hoch sind, gibt es sanftere Methoden als das Aufschneiden oder Ausdrücken, die längerfristig wirksam sind und keine Gewebeschäden hinterlassen. Diese Methoden versprechen keinen sofortigen und schnellen Erfolg, können jedoch den Schmerz lindern und langfristig das Hautbild verbessern.

Wärmetherapie

Die Einfachste ist eine Wärmetherapie. Ein in warmes Wasser getränkter Waschlappen oder ein kleines Handtuch kann beispielsweise dazu beitragen, dass die Papel näher an die Hautoberfläche gelangt und so Entzündung und Schmerz nachlassen. Denn je tiefer der Pickel unter der Haut sitzt, desto schwieriger ist es, seine Entwicklung zu überblicken, und desto höher die Gefahr, dass er sich zu einem Abszess entwickelt.

Vor der Waschlappentherapie kann zusätzlich ein Dampfbad, idealerweise mit Kamillenblüten, als Behandlungsmethode durchgeführt werden. Hierbei ist allerdings wichtig, dass das Wasser nicht mehr kocht und der Dampf nicht zu heiß ist, da der Kopf, mit einem Handtuch abgedeckt, mehrere minutenlang über das dampfende Wasser gehalten werden soll.

Wichtig ist vor allem, nicht zu chemischen Produkten zu greifen. Solche Mittel können zwar kurzfristig das Problem lösen, ändern aber langfristig nichts am Hautbild oder verschlimmern dieses sogar.

Heilerde

Eine weitere natürliche Möglichkeit ist die Anwendung von Heilerde, die in der Apotheke erhältlich ist. Eine Gesichtsmaske aus einer breiartigen Mischung aus Heilerde und Wasser muss eine halbe Stunde einwirken, bevor sie ihre volle Wirkung entfalten kann. Auch eine Maske aus reiner Tonerde sorgt für eine tiefgehende Reinigung und wirkt entzündungshemmend.

Bei immer stärker werdender Entzündung sollte im Zweifelsfall ein Hautarzt aufgesucht werden, da möglicherweise ein Abszess am Entstehen ist, der nicht selbst behandelt werden kann. Dieser kann je nach Fall über Medikamente oder operativ behandelt werden. In den wenigsten Fällen ist dies jedoch nötig.

Wie können unterirdische Pickel langfristig vorgebeugt werden?

Unterirdische Pickel können eine Plage sein. Für stark anfällige Personen sind eine konsequente Hautreinigung mehrmals täglich und Peelings die gängigsten Empfehlungen, um Papeln, aber auch Komedonen generell vorzubeugen. Seifen mit einer leichten antibakteriellen Wirkung und ohne Parfum eignen sich hierfür besonders.

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Schüßler-Salze finden überall Verwendung

Weiterhin ist es wichtig, die natürliche Feuchtigkeit aufrechtzuerhalten, zum Beispiel durch das Auftragen nicht chemischer Feuchtigkeitscremes und einem erhöhten Wasserkonsum von drei Litern pro Tag. Einige der homöopathischen Schüßler-Salze helfen ebenfalls dabei das Hautbild zu verbessern und somit die Entstehung von Papeln dauerhaft zu verhindern.

Diese Salze wurden im 19. Jahrhundert von dem Oldenburger Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler entdecke, der als der Pionier der homöopathischen Medizin gilt. Sie sorgen dafür, dass der Mineralstoffhaushalt aller Körperzellen beständig bleibt. Besonders bei einem so empfindlichen Organ und deren Zellen wird durch die Einnahme von Schüßler-Salzen „Hilfe zur Selbsthilfe“ geleistet.

Schüßler-Salze

Die folgenden Salze sind besonders wirksam zur Vorbeugung von Hautproblemen aller Art:

  • Das Schüßler-Salz Nummer Eins, Calcium flouratum, erhält die natürliche Elastizität der Haut. Dies ist wichtig, da nur so der Selbstschutz funktionieren kann. Das Salz sorgt dafür, dass die Haut selbstständig eine hohe Menge Feuchtigkeit binden kann und dieses stärkt das Unterhautfettgewebe. So werden auch Verhärtungen vorgebeugt, die zur Entstehung von Hautunreinheiten führen. Dieses Salz sollte über mindestens acht Wochen regelmäßig eingenommen werden, sonst kann es seine Wirkung nicht gänzlich entfalten.
  • Das Schüßler-Salz Nummer Zwei, Calcium phosphoricum, sorgt für eine reine Haut, da es die eigenständige Erneuerungskraft der Hautzellen begünstigt.
  • Durch die Einnahme des Salzes Nummer Neun, dem Natrium phosphoricum, wird die Talgproduktion und damit die Fettigkeit gemindert. Dies ist vor allem für Personen zu empfehlen, deren Haut genetisch bedingt sehr schnell fettet. Das Salz sorgt dafür, dass sich der Säure-Basen-Haushalt reguliert und keine Hautverunreinigungen mehr entstehen.

Es ist prinzipiell keineswegs empfehlenswert, normale, oberflächliche Mitesser auszudrücken, da es sein kann, dass auf diese Weise die Entzündung nur noch großflächiger verteilt wird. Dadurch wird das Entstehen weiterer Pusteln und Papeln möglicherweise begünstigt. Was den Einfluss von Ernährungsgewohnheiten betrifft, so streiten sich Gesundheitsexperten.

Einige behaupten, dass der häufige Genuss von sehr fetthaltigen Lebensmitteln wie Chips und Schokolade das Auftreten von Hautproblemen begünstigt. Andere sind der Meinung, dass diese Annahme inzwischen überholt sei. Fest steht jedoch, dass es nicht schaden kann, auf einen übermäßigen Konsum fetthaltiger und kohlenhydrathaltiger Produkte zu verzichten. Auch das Rauchen oder starker Alkoholkonsum können das Hautbild negativ beeinflussen.