Zinksalbe gegen Pickel | Wirkung & Anwendung

Die Zinksalbe gegen Pickel – Hilfreich oder überflüssig? Wer unter Pickeln oder unreiner Haut leidet, dem wird oft Zinksalbe zur akuten Behandlung empfohlen. Aber was hat es mit dieser Salbe eigentlich auf sich, woraus besteht sie und wie gut ist sie wirklich zur Behandlung von Pickeln und Co.?

Über Zinksalbe

Bei Zinksalbe handelt es sich in der Regel um eine weiße, dickflüssige Heilsalbe. Neben fetthaltigen Stoffen wie Vaseline und Paraffin und Trägerstoffen, wie Wollwachsalkohol und Cetylstearylalkohol, enthält die Salbe als Hauptbestandteil Zinkoxid.

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Hilft auch bei der Wundheilung

Das Zinkoxid verleiht der Salbe eine antiseptische Wirkung, sodass sie Bakterien abtöten und die Wundheilung fördern kann. Darüber hinaus sorgt die Zinksalbe dafür, dass sich Wunden nicht weiter auf gesundes Gewebe ausbreiten können, da die fetthaltigen Stoffe der Salbe der Haut Flüssigkeit entziehen und sie so weniger weich und anfällig machen.

Die Hauptanwendungsgebiete der Salbe sind die Behandlung kleinerer Wunden und offener Stellen der Haut sowie der Schutz vor typischen Hauterkrankungen, die durch Feuchtigkeit hervorgerufen werden.

Häufig wird die Zinksalbe auch zur Behandlung von Kleinkindern und Babys verwendet, wenn diese noch nicht alleine auf die Toilette gehen können und Windeln tragen müssen. Denn da die Salbe sehr fetthaltig ist, bildet sie beim Auftragen einen dichten Film, der auch nicht in die Haut einzieht.

Die Haut wird dadurch vor Nässe und Bakterien geschützt, was gerade bei Babys eine Rolle spielt, da diese durch das Tragen einer Windel häufig unter dem sogenannten „Windelausschlag“ leiden.

Dabei handelt es sich um das vermehrte Auftreten kleiner, juckender Pickel im Schritt der Babys, welche unter anderem beim Tragen von Windeln durch längeren Kontakt von Schweiß oder Urin auf der Haut hervorgerufen werden. Die Salbe hilft in diesem Fall als Präventivmittel, um die Haut zu schützen, bis die Babys keine Windeln mehr tragen müssen. Also was hilft gegen Pickel?

Ist Zinksalbe gegen Pickel hilfreich?

In der Tat hilft die Zinksalbe gegen Pickel. Die Hauptarbeit übernimmt dabei das bereits erwähnt Zinkoxid, welches den entzündeten Bereich der Haut kuriert, den ein Pickel ausmacht.

Indem das Zinkoxid die Bakterien in den entzündeten Talkdrüsen abtötet, geht die Schwellung schneller zurück und eventuelle Spannungsschmerzen oder Juckreiz werden dadurch gelindert. Dadurch verschwindet der Pickel schnell und auf schonende Weise.

Bei bereits ausgedrückten oder aufgekratzten Wunden fördert die Zinksalbe außerdem die Bildung neuer Hautzellen, wodurch die Wunden schneller abheilen, ohne dass die bekannten Vernarbungen der Haut zurückbleiben.

Darüber hinaus entziehen die fetthaltigen Stoffe der Salbe dem Pickel Flüssigkeit, wodurch dieser zum einen ausgetrocknet wird und zum anderen eine Ausbreitung des entzündeten Bereichs verhindert wird.

Außerdem hat die Verwendung von Salbe auch einen gewissen psychologischen Effekt, da sie auch das unbewusste Kratzen und Drücken an Pickeln verhindert, zu dem viele Menschen neigen, wenn sie einen Pickel auf der Haut finden.

Das hängt einfach damit zusammen, dass die Zinksalbe nicht wie eine normale Salbe in die Haut einzieht, sodass die betreffenden Personen automatisch in die Salbe greifen, wenn sie mit den Fingern an die Pickel gehen wollen.

Weil sie danach die Finger immer wieder abwischen und abwaschen müssen, werden sie es früher oder später ganz automatisch lassen, die Pickel ausdrücken oder aufkratzen zu wollen.

Präventive Zinksalbe

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Die Salbe wird von vielen Herstellern angeboten

Leider kann Zinksalbe nicht dazu verwendet werden, die Haut dauerhaft von herkömmlichen Pickeln und anderen Hautunreinheiten zu befreien. Denn die Salbe behebt nicht die Ursachen von Pickeln, also den Überschuss an Talg und Schmutz in den Talgdrüsen und hat somit keine reinigende Wirkung.

Und auch wenn die Salbe dabei hilft, die Entstehung von Entzündungsherden zu unterbinden, müsste sie dafür auf Dauer aufgetragen werden. Da die Salbe ja nicht in die Haut einziehen kann, würde das bedeuten, dass diejenigen, die die Zinksalbe verwenden, ständig mit einer weißen Gesichtsmaske durch die Gegend laufen müssten.

Wogegen die Salbe dagegen wirklich präventiv eingesetzt werden kann, sind Ausschläge, wie sie beispielsweise durch Rasuren oder das Tragen von nicht atmungsaktiven Kleidungsstücken hervorgerufen werden können.

Um die Wirkung der Salbe dabei zu vergrößern, sollte sie direkt nach einer Rasur bzw. vor dem Anziehen der betreffenden Kleidungsstücke auf die gefährdeten Hautpartien aufgetragen werden.

Weitere Anwendungsgebiete der Salbe

Zinksalbe dient nicht nur zur Behandlung von Pickeln oder zum Schutz vor Ausschlägen, sondern kann theoretisch bei jeder Art von Wunde angewendet werden. Ähnlich wie ein Salben auf Jod-Basis kann auch Salbe beispielsweise beim Bandagieren größerer Verletzungen benutzt werden, um den natürlichen Heilungsprozess zu unterstützen.

Richtige Verwendung von Zinksalbe

Die Zinksalbe gegen Pickel hat zwei entscheidende Vorteile: zum einen ist sie sehr lange haltbar. Denn die Salbe trocknet nicht so schnell wie andere Produkte aus und kann auch nicht „schlecht werden“, da sich Bakterien auf ihr nicht einnisten können.

Zum anderen ist die Salbe sehr ergiebig, sodass nur kleine Portionen notwendig sind, um Pickel und andere Hauterkrankungen zu kurieren. Meistens reicht bereits eine Messerspitze bzw. eine Fingerkuppe der Salbe für die Behandlung der betroffenen Hautpartien.

Um Pickel mit der Zinksalbe zu kurieren, sollten die betroffenen Bereiche der Haut zunächst ausgiebig gereinigt werden. Hierzu reich bereits ein einfacher Lappen aus, der unter warmes Wasser gehalten wird. Nach dem Waschen der Hautpartien, auf denen sich die Pickel befinden, wird dann die Salbe auf die Stellen aufgetragen.

Wie bereits erwähnt, ist mit der Salbe sparsam umzugehen. Indem die Salbe in kleinen kreisförmigen Bewegungen verteilt wird, versiegelt sie den entzündeten Bereich der Haut und das Zinkoxid kann ordentlich arbeiten.

Hierfür lässt sich ein kleines Wattestäbchen ideal verwenden, da die Anwender auf diese Weise vermeiden, ihre Finger einzuschmieren und außerdem nicht das Risiko eingehen, zusätzliche Bakterien durch schlecht gewaschene Hände in die bereits entzündeten Hautpartien einzuschmieren.

Nach ein bis zwei Stunden kann die Zinksalbe dann wieder abgewischt werden. Das Ganze wiederholt man dann so lange, bis die zu behandelnden Pickel wieder verschwunden sind.

Mögliche Nebenwirkungen

Die meisten Bestandteile der Zinksalbe sind gut verträglich, sodass es bei der Verwendung in der Regel zu keinen größeren Auffälligkeiten kommt. Durch die Alkohole in der Salbe kann es zu einem leichten Brennen oder vereinzelt auch zu Hautrötungen kommen.

Außerdem ist zu beachten, dass Salbe die Haut austrocknet, weshalb sie nicht zu oft und auch nicht zu großflächig verwendet werden sollte. Bei einigen Menschen kommt es durch die Verwendung von Zinksalbe auch zu leichten allergischen Reaktionen.

Diese sind hauptsächlich auf die Alkohole und vereinzelte ätherische Öle oder Duftstoffe zurückzuführen, welche die Hersteller der Salbe beimischen, damit sie angenehmer riecht. Echte Gesundheitsrisiken durch die Verwendung von Salbe sind allerdings nicht bekannt.

Zinksalbe oder Zinktabletten

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Einige Salben enthalten sogar Lebertran

Für einige Leute stellt sich die Frage, ob sie als Alternative zur Zinksalbe auch Zinktabletten verwenden können, um Pickel und andere Hauterkrankungen von innen heraus zu behandeln.

Es trifft zu, dass Zinktabletten auf den gleichen Wirkstoff wie die Salbe setzt und dass man sich durch die Einnahme schmierige Finger oder eventuelle weiße Spuren von der Salbe auf den Möbeln erspart. Allerdings wirken Zinksalbe und Zinktabletten auf unterschiedlichen Ebenen und sind darum auch unterschiedlich verträglich.

Während die Salbe nur für die äußere Anwendung gedacht ist und nur direkt auf der Haut wirkt, stellt die Verwendung von Zinktabletten einen Eingriff in den Stoffwechsel des Menschen dar.

Zink wird wie Eisen oder Magnesium vom Körper benötigt und spielt unter anderem eine Rolle bei der Zellteilung, bei der Produktion von Hormonen und bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen unter anderem zur Verarbeitung von Zucker, Fett und Eiweißen.

Auch einige leistungssteigernde Wirkungen wie eine verbesserte Konzentration werden auf einen ausgeglichenen Zinkhaushalt zurückgeführt. Normalerweise nehmen die Menschen das benötigte Zink in ausreichenden Mengen über die Nahrung auf.

Dabei gelten besonders Käse, Pilze, Walnüsse, Meeresfrüchte und rote Fleischsorten als natürliche Zinklieferanten, sodass eine ausgewogene Ernährung eigentlich völlig zum Abdecken des Tagesbedarfs ausreicht. Wenn dann noch zusätzlich Zinktabletten eingenommen werden, kann es zu einer Überdosierung kommen.

Die möglichen Folgen davon sind Beschwerden des Magen-Darm-Trakts wie zum Beispiel Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen. Im schlimmsten Fall kann eine chronische Überdosierung durch Zinktabletten auch ein Koma auslösen.

Aus diesem Grund sollte die Einnahme von Zinktabletten auch im Vorfeld mit einem Arzt abgesprochen werden. Bei einer Voruntersuchung können betroffene Menschen abklären, ob die Einnahme von Zinktabletten für sie ratsam ist.

Besteht kein ernsthafter Mangel an Zink, raten Ärzte im Allgemeinen dazu, lieber zur Zinksalbe statt zu Zinktabletten zu greifen, da diese wesentlich weniger gesundheitliche Risiken in sich birgt.

Was beim Kauf zu beachten ist

Generell kann Zinksalbe sowohl in der Apotheke als auch in einer Drogerie oder einem Supermarkt gekauft werden. Dabei müssen es nicht unbedingt die teuersten Markenprodukte sein, da diese ohnehin die gleichen Inhaltsstoffe haben wie eine billigere Salbe.

Tatsächlich kann eine teure Zinksalbe sogar schlechter für die Haut, da die Hersteller den Markenprodukten häufig Zusatzstoffe beimischen, welche keine direkte Wirkung haben, sondern die Anwendung nur angenehmer gestalten sollen.

Je nach Hersteller finden sich in den teureren Salben unter anderem Farbstoffe, zusätzliche Bindemittel oder auch Duftstoffe, damit die Salbe weniger metallisch riecht. Es sind aber gerade diese Zusatzstoffe, die bei der Anwendung häufig zu den bereits erwähnten Unverträglichkeiten oder allergischen Reaktionen führen können.

Aus diesem Grund sollten interessierte Personen stattdessen lieber zur einfacheren Zinksalbe greifen, die nur die wichtigen Inhaltsstoffe enthält. Wer sich unsicher wegen der eigenen Verträglichkeit von Salbe ist, kann sich in der Apotheke ausführlich zu den verschiedenen Zinksalben beraten lassen.

Fazit

Die Zinksalbe wird ihrem Ruf als Heilmittel gegen Pickel in jeder Hinsicht gerecht. Die Salbe ist sehr einfach in ihrer Anwendung und da bereits kleine Mengen sehr ergiebig sind, können die Anwender auch mit einer einzelnen Tube der Salbe lange auskommen.

Hinzu kommt noch, dass die Salbe als Inhaltsstoffe nur Zinkoxid, Paraffin, Vaselin und einige Alkohole besitzt, wodurch sie gut verträglich ist.

Zwar kann die Salbe nur gegen bereits bestehende Pickel etwas bewirken und liefert somit keine dauerhafte Lösung gegen die Hautunreinheiten, dafür kuriert sie aber die unerwünschten Entzündungen auch schonend aus, sodass hinterher keine Spuren vom Pickel wie beispielsweise Narben zurückbleiben.

Darum sollten betroffene Personen direkt zur Zinksalbe gegen Pickel greifen, wenn sie einen Pickel finden, damit dieser schnellst möglich wieder verschwunden ist.