Zugsalbe gegen Pickel & Akne | Ichtholan & Leucen

Was ist Zugsalbe bzw. Ziehsalbe und hilft Zugsalbe gegen Pickel und Akne? Ichtholan und Leucen Salben im Test. Fast jeder Person, die in ihrem Leben irgendwann einmal unter Akne gelitten hat, ist der Begriff wahrscheinlich bekannt. Seit mehr als 100 Jahren wird die Salbe bei Furunkeln eingesetzt. Doch viele Menschen schwören auch auf deren Verwendung im Kampf gegen Akne.

Und tatsächlich kann diese Beihilfe zur Beseitigung von großen Pickeln leisten und somit zur Linderung von Akne beitragen. Doch auch wenn die Akne durch die Verwendung einer Zugsalbe gebessert werden kann, sollte größte Sorgfalt geboten sein, damit die Therapie am Ende nicht nach hinten losgeht!

Besonders im Gesicht sollte diese nur sparsam und vorsichtig ihre Verwendung finden, damit sich Entzündungen nicht unnötigerweise verschlimmern. Vor allem im Rückenbereich kann sie jedoch wahre Wunder bewirken und zur schnellen Abheilung von unreiner Gesichtshaut verhelfen.

Für was wird eine Zugsalbe verwendet?

Zugsalben gelten als Hausmittel gegen Pickel und ziehen diesem oder einem Furunkel den Eiter an die Oberfläche der Haut. Daher auch der Name. Dies trägt dazu bei, dass die Entzündung zuerst größer wird. Der Eiter kann dann herausgedrückt werden und der Mitesser heilt ab. Zudem wird die Durchblutung der Haut angeregt und die Bakterien abgetötet.

Jemand, der unter schwerer Akne leidet, wird aus diesen Gründen zuerst eine Verschlechterung der Haut bemerken, denn die Haut wird nicht nur gereizt, sondern die Entzündung zuerst verstärkt. Dies ist absolut normal und sollte daher nicht beunruhigen. Die Salbe sollte immer nur solange angewandt werden, bis der Eiter zu sehen ist.

Zudem sollte die Salbe nur auf den betroffenen Hautpartien angewandt werden und nie über eine große Fläche. Da die Salbe meist aus den sogenannten Ölschiefern hergestellt wird, ist sie schwarz und färbt auch auf Kleidung schnell ab. Dies sollte bei der Verwendung im Vorhinein bedacht werden, denn die Flecken kann man nur schwer beseitigen.

Große Komedonen (vor allem auf dem Rücken) werden aus diesem Grund oftmals mit einem Pflaster bedeckt. Dies fördert zudem die Wirkung der Salbe. Die meisten sind heutzutage rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, einige sind jedoch verschreibungspflichtig!

Was die Ziehsalbe beinhaltet

Was eine Zugsalbe genau beinhaltet kommt auf die exakte Zusammensetzung an. Üblicherweise beinhalten diese Wirkstoffe, die aus Ölschiefern gewinnen werden. Diese Inhaltsstoffe beschleunigen den Abheilungsprozess der Haut und fördern die Reifung von Eiter. Die meisten Salben enthalten eine Substanz die Ammoniumbituminosulfonat genannt wird. Dies ist eine besondere Kombination aus mehr als 10.000 unterschiedlichen Stoffen. Jede Ziehsalbe verfügt außerdem über eine antibakterielle Wirkung, die Bakterien bekämpft und Entzündungen vermindert.

Was ist eigentlich Schieferöl?

Schieferöl oder Ölschiefer wird auch Teeröl genannt. Teer zählt zu einem der wohl ältesten Wirkstoffe, der seine Verwendung in Salben und Cremen zur Bekämpfung von Hautkrankheiten findet. Das Öl wird aus der Kohle und dem Torf gewonnen und weist aus diesem Grund einen eigenen, sehr intensiven Geruch auf. Teer ist also ein Erdölprodukt, welches über 400 unterschiedliche Inhaltsstoffe enthält.

zugsalbe
Ichtholan ist die bekannteste Marke

Nicht einmal die Hälfte dieser Inhaltsstoffe ist erforscht! Die Substanzen, die sich im Teer befinden, hemmen die Verhornung der Haut und verlangsamen die Zellteilung. Sie lindern den Juckreiz und beinhalten die schon bekannten entzündungshemmenden Eigenschaften der Zugsalben. Teer wird bereits seit mehr als 100 Jahren für medizinische Zwecke verwendet.

Da Teer immer wieder verdächtigt wird krebserzeugende Stoffe zu beinhalten, wurde die Verwendung in Kosmetika verboten und die meisten Medikamente mit einem großen Anteil an Teer sind verschreibungspflichtig. Heute werden Produkte mit Teer wesentlich seltener eingesetzt, als dies noch früher der Fall war.

Doch es ist gerade die entzündungshemmende, Eiter hinausziehende Wirkung, die den Stoff so interessant macht und dem diese selbst ihren Namen verdankt. Teer macht die Haut übrigens sonnenempfindlich, daher ist Vorsicht beim Besuch eines Solariums oder dem Sonnenliegen nach der Verwendung einer Ziehsalbe angesagt. Es kann hierbei zu einem Sonnenbrand oder der Bildung von Blasen und Bläschen führen.

Was sollte beachtet werden?

Nach dem Auftragen der Paste sollte der Pickel erst einmal in Ruhe gelassen werden. Hat sich erst einmal der sogenannte Eiterkopf gebildet, sollte der er außerdem nicht sofort ausgedrückt werden, sondern ebenfalls eine Zeit lang ruhen, denn er benötigt Zeit, um auch wirklich den gesamten Eiter an die Oberfläche zu befördern. Wird der Pickel zu früh ausgedrückt, kann es möglich sein, dass die Entzündung sich erneut verschlimmert.

Erst wenn der Pickel schon fast von alleine ausspringt, kann er vorsichtig ausgedrückt werden, dennoch sollte dies nie Schmerzen verursachen. Oft springt der dieser auch von alleine auf, ohne dass ein Druck aufgebracht werden muss. Wird die Ziehsalbe im Gesicht verwendet, müssen die Partien um die Augen und den Mund ausgespart werden. Die Salbe kann in diesen Bereichen unangenehme Reizungen verursachen.

Auch auf offene Wunden darf die Salbe in keinem Fall aufgetragen werden. Auf einem offenen Eiterpickel darf daher ebenfalls keine Zugsalbe zum Einsatz kommen, dies kann zu unangenehmen Entzündungen führen und das eigentliche Problem am Ende noch verschlimmern.

Wogegen hilft die Zugsalbe sonst noch?

Abgesehen von der Anwendung bei Pickeln und Akne, wirkt die Salbe auch noch bei anderen Beschwerden, wie beispielsweise Abszessen, Furunkeln und Karbunkeln, anderen eitrigen Entzündungen, den bekannten Nagelbettentzündungen und sogar bei den lästigen Schweißdrüsen sorgt sie für Linderung. Der Heilungsprozess der Haut wird beschleunigt und das Abheilen gefördert.

Menschen, die immer wieder unter Furunkel leiden, können oft ohne Ziehsalbe gar nicht mehr auskommen. Auch bei der lästigen Nagelbettentzündung wirkt die Salbe wahre Wunder und hilft beim raschen Abheilungsprozess. Wichtig ist, dass die Salbe dick aufgetragen wird und anschließend mit einem Pflaster überklebt wird. Dennoch sollte das Pflaster nicht luftdicht sein, denn die Wirkung der Salbe wird durch das Abdecken stark erhöht.

Grüne Zugsalbe – die pflanzliche Alternative!

Auch die Natur versorgt uns mit wirkvollen und vor allem sanften Alternativen, wenn es um das Thema Arzneimittel geht. So gibt es auch eine grüne Ziehsalbe , die gegen eitrige Pickel und Abszesse wirken kann. Das pflanzliche Mittel wirkt sanft und schonend.

Die natürlichen Zugsalben enthalten neben dem benötigten Terpentinöl zudem noch ätherische Öle wie beispielsweise Rosmarin, Thymian oder Eukalyptus und beruhigen somit die Haut zusätzlich und sorgen für eine bessere Hautverträglichkeit. Besonders Patienten mit empfindlicher Haut können auf diese Variante zurückgreifen!

Zugsalbe bei Neurodermitis und Schuppenflechte

Auch unter dem Namen Schwarze Salbe bekannt
Auch unter dem Namen Schwarze Salbe bekannt

Auch bei den Krankheitsbildern Neurodermitis und Schuppenflechte findet die Zugsalbe ihre Verwendung. Da die Salbe auch Schmerzen lindert und die Durchblutung fördert, trägt sie dazu bei, dass Zellen mehr Nährstoffe aufnehmen können. Besonders bei Neurodermitis und Schuppenflechte kommen meist Ziehsalben, welche 5 bis 10 Prozent aufweisen, zum Einsatz.

Die wohl bekanntesten unter ihnen sind Ichtholan und Leucen, doch es gibt auch unzählige andere Marken. Erwähnenswert ist zudem noch, dass es neben der gewöhnlichen Zugsalbe auch ein sogenanntes Zugpflaster gibt, welches dieselben Wirkstoffe aufweist.

Gegenanzeigen

Auch bei Zugsalben kann es zu Gegenanzeigen kommen. Da die Salben das Eiter an die Oberfläche ziehen, kann unter Umständen so viel Eiter befördert werden, dass es zu einer Blutvergiftung kommen kann. Dies ist in der Praxis jedoch extrem selten und bei einem normalen Umgang mit der Salbe fast ausgeschlossen. Gerötete Haut, Unverträglichkeiten, Allergien, Juckreiz und Ausschläge sind selten, kommen aber dennoch immer wieder vor.

Hier sollte die Anwendung der Salbe unverzüglich beendet werden. Der Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat kann außerdem die Wirkung anderer Medikamente, die gleichzeitig eingenommen werden, verstärken. Darauf sollte vor allem bei regelmäßiger und andauernden Verwendung der Salbe geachtet werden. Zudem wird die Wirkung der Salbe durch ein Pflaster oder einem Verband deutlich verstärkt. Luftdichte Verbände sind aus genau diesem Grund zu vermeiden.

Zusammenfassend gesagt

Besonders bei Furunkel und Karfunkel werden die nützlichen Salben aus Teeröl seit Jahrhunderten angewendet. Und das mit großen Erfolgen! Selbst bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Schuppenflechte versprechen sich viele Patienten von einer Linderung der Symptome und Verbesserung der Haut. Ziehsalben können auch bei Akne eine große Hilfe sein.

Besonders bei schwerer Akne können sie Linderung verschaffen und das Abheilen beschleunigen. Bei der Anwendung im Gesicht ist jedoch Vorsicht geboten. Der Bereich um die Augen und den Mund sollte immer aufgepasst werden, um Reizungen zu vermeiden. Die Zugsalbe findet besonders bei Akne auf dem Rücken ihre Verwendung und sollte nach ihrer Verwendung mit einem Pflaster abgeklebt werden, um lästigen Flecken auf der Kleidung aus dem Weg zu gehen.

Diese Flecken lassen sich leider nur schwer wieder entfernen. Wer der Akne den Kampf angesagt hat, wird die Ziehsalbe wahrscheinlich sehr unterstützend erleben. Dennoch sollten auch nach ihrer Verwendung der Pickel niemals einfach ausgedrückt werden, sondern vorsichtig behandelt werden, um größere Entzündungen, die unter Umständen bis hin zur Blutvergiftung gehen könnten, zu vermeiden.

Beim richtigen Umgang mit der Salbe kann jedoch auf gute Ergebnisse gehofft werden und das Krankheitsbild verbessert werden. Niemals sollte die Salbe jedoch großflächig aufgetragen werden, sondern immer nur auf den betroffenen Pickeln, denen man den Eiter entziehen möchte!